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Förderung für Digitalisierung im Tourismus: Fonds und Programme in Österreich

Vom Buchungssystem bis zum digitalen Gästeprozess: Welche Förderungen österreichische Hotels und Tourismusbetriebe für die Digitalisierung nutzen können, wer zuständig ist und wie Sie einen Antrag praktisch angehen.

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Förderung für Digitalisierung im Tourismus: Fonds und Programme in Österreich

Digitale Gästekommunikation, ein modernes Buchungssystem, automatisierte Abläufe an der Rezeption: Für Hotels, Pensionen und Gastronomiebetriebe ist die Digitalisierung längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Voraussetzung, um Gäste zu erreichen und Personal zu entlasten. Das Gute daran: In Österreich gibt es dafür eine Reihe von Förderungen. Dieser Überblick zeigt, welche Fonds und Programme für den Tourismus relevant sind, wer zuständig ist und wie Sie einen Antrag realistisch angehen.

Warum es für den Tourismus eigene Förderungen gibt

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Österreichs. Entsprechend gibt es hier eine gewachsene Förderlandschaft, die weit über allgemeine Wirtschaftsförderung hinausgeht. Für Betriebe bedeutet das eine gute Nachricht und eine Herausforderung zugleich: Es existieren viele Töpfe, aber sie sind auf Bund, Länder und spezialisierte Institute verteilt. Wer sich einmal einen Überblick verschafft, findet für praktisch jedes Digitalisierungsvorhaben einen passenden Ansatzpunkt.

Digitalisierung im Tourismus meint dabei sehr Konkretes: ein Buchungssystem, das rund um die Uhr Reservierungen entgegennimmt, ein Property-Management-System für die Verwaltung von Zimmern und Belegungen, digitale Check-in- und Gästekommunikation, Kassensysteme in der Gastronomie oder die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Genau diese Projekte lassen sich in vielen Fällen fördern. Einen Einstieg in das Thema Automatisierung im Beherbergungsbetrieb finden Sie unter Automatisierung fürs Hotel.

Rezeption eines österreichischen Hotels mit digitalem Buchungssystem am Bildschirm
Digitale Abläufe an der Rezeption entlasten das Personal und verbessern das Gästeerlebnis. Viele dieser Investitionen sind förderfähig.

Die ÖHT: zentrale Förderstelle des Bundes für den Tourismus

Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ist die spezialisierte Förderbank für gewerbliche Tourismus- und Freizeitbetriebe in Österreich. Sie wickelt im Auftrag des Bundes einen Großteil der touristischen Investitionsförderungen ab. Für Digitalisierungsvorhaben ist sie deshalb oft die erste Anlaufstelle, denn digitale Investitionen werden in der Regel als Teil der betrieblichen Modernisierung mitgedacht.

Typische Förderinstrumente der ÖHT sind zinsgünstige Kredite, Zuschüsse und Haftungen für Investitionen. Ob eine reine Softwareanschaffung oder ein größeres Digitalisierungspaket besser über ein Investitions- oder ein spezifisches Digitalisierungsprogramm läuft, hängt vom Umfang ab. Ein Beratungsgespräch mit der ÖHT vor dem Kauf lohnt sich, weil bereits begonnene oder abgeschlossene Projekte oft nicht mehr förderbar sind.

KMU.DIGITAL: branchenübergreifende Digitalisierungsförderung

Neben den touristischen Instrumenten gibt es mit KMU.DIGITAL ein bundesweites Programm, das kleinen und mittleren Unternehmen aller Branchen bei der Digitalisierung hilft. Auch Hotels, Pensionen und Gastronomiebetriebe können es nutzen. Das Programm ist in der Praxis in zwei Bausteine gegliedert: eine geförderte Beratung durch zertifizierte Beraterinnen und Berater sowie eine Umsetzungsförderung für konkrete Investitionen in digitale Lösungen.

  • Beratung: Ein zertifizierter KMU.DIGITAL-Berater analysiert den Digitalisierungsgrad und entwickelt mit Ihnen einen Fahrplan. Ein Teil des Beratungshonorars wird gefördert.
  • Umsetzung: Für die tatsächliche Einführung digitaler Werkzeuge, etwa ein Buchungs- oder Warenwirtschaftssystem, gibt es einen Zuschuss auf die Projektkosten.
  • Themenschwerpunkte reichen von digitalem Marketing über E-Commerce bis zu internen Prozessen und Cybersicherheit.

KMU.DIGITAL wird von der WKO und den beteiligten Institutionen betreut. Die genauen Fördersätze, Höchstbeträge und Antragsfenster ändern sich von Jahr zu Jahr, prüfen Sie den aktuellen Stand daher direkt bei der WKO. Für einen umfassenderen Überblick über Programme in ganz Österreich hilft unser Beitrag Digitalisierung in Österreich.

Landesförderungen: jedes Bundesland hat eigene Programme

Zusätzlich zu den bundesweiten Instrumenten fördert praktisch jedes Bundesland Digitalisierung, teils mit eigenem Fokus auf den Tourismus. Diese Programme sind oft weniger bekannt, können aber gut mit anderen Förderungen kombiniert werden. Weil sich Bezeichnungen und Konditionen laufend ändern, geben wir hier die Anlaufstellen an, statt konkrete Beträge zu nennen.

BundeslandTypische AnlaufstelleTourismusbezug
WienWirtschaftsagentur WienDigitalisierung von KMU, teils mit eigenen Calls
TirolLand Tirol / Standortagenturstarker Tourismusfokus, eigene Betriebsförderungen
SalzburgLand Salzburg / ITGDigitalisierung und Innovation für Betriebe
OberösterreichLand OÖ / Business Upper AustriaInvestitions- und Digitalisierungsprogramme
NiederösterreichWirtschaftsagentur NÖDigitalisierung und regionale Investitionen
SteiermarkSFG Steirische WirtschaftsförderungInnovation und Digitalisierung
KärntenKWF Kärntner WirtschaftsförderungDigitalisierung und Standortentwicklung
Ansprechpartner für Digitalisierungsförderung nach Bundesland (Beispiele, Details jeweils beim Land prüfen)

In klassischen Tourismusländern wie Tirol und Salzburg ist der Beherbergungs- und Gastronomiebereich politisch besonders präsent, entsprechend gibt es dort häufig zugeschnittene Programme. Aber auch in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten lohnt der Blick auf die Landesförderung. Kombinationen aus Bundes- und Landesmitteln sind möglich, unterliegen aber Regeln, wie hoch die gesamte Förderquote sein darf.

Landschaft mit Hotel in den österreichischen Alpen, Symbol für Tourismusförderung der Bundesländer
In Tourismusländern wie Tirol und Salzburg gibt es oft besonders auf Beherbergung und Gastronomie zugeschnittene Programme.

Was im Tourismus konkret förderfähig ist

Förderungen sind kein Selbstzweck: Sie sollen konkrete Investitionen erleichtern. Im Tourismus lassen sich viele der digitalen Projekte, die den Alltag spürbar verbessern, in Förderanträge gießen. Typische förderfähige Vorhaben sind:

  • Buchungs- und Reservierungssysteme, die Anfragen automatisch verarbeiten und mit Kanälen synchronisieren
  • Property-Management-Systeme für Zimmerverwaltung, Belegung und Abrechnung
  • digitaler Check-in, Gäste-Apps und automatisierte Gästekommunikation
  • Kassensysteme und digitale Speisekarten in der Gastronomie
  • Warenwirtschaft und Lagerverwaltung, etwa für Küche und Bar
  • Zeiterfassung und Dienstplanung für saisonales Personal
  • Website, Online-Marketing und Anbindung an Bewertungsportale
  • Schnittstellen, die bestehende Insellösungen miteinander verbinden

Gerade bei Beherbergungsbetrieben steht das Buchungssystem im Zentrum. Wie ein solches System für Hotellerie und Ferienunterkünfte aufgebaut sein sollte, beschreiben wir unter Buchungssoftware für Hotels und für kleinere Einheiten unter Buchungssoftware für Ferienwohnungen.

Nicht die Software allein wird gefördert, sondern der Nutzen: weniger manuelle Arbeit, mehr direkte Buchungen, ein besseres Gästeerlebnis.
Grundprinzip der meisten Digitalisierungsförderungen

Digitalisierungskonzept fürs Tourismusprojekt

Sie überlegen, welche digitalen Bausteine sich für Ihren Betrieb lohnen und wie ein förderfähiges Projekt aussehen könnte? Wir schauen gemeinsam auf Ihre Abläufe und helfen, ein sauberes Konzept einzurichten.

Unverbindlich anfragen

In fünf Schritten zum Förderantrag

Ein Förderantrag wirkt zunächst aufwendig, folgt aber fast immer demselben Grundmuster. Wer die Reihenfolge einhält, vermeidet die typischen Fehler.

  1. 1
    Vorhaben und Ziele definieren
    Formulieren Sie klar, was Sie digitalisieren wollen und welchen Nutzen Sie erwarten, etwa mehr Direktbuchungen oder weniger Verwaltungsaufwand an der Rezeption. Ein sauberes Konzept ist die Basis jedes Antrags.
  2. 2
    Passendes Programm finden
    Prüfen Sie, ob ÖHT, KMU.DIGITAL oder eine Landesförderung am besten passt, und ob eine Kombination möglich ist. Fördersätze, Fristen und Bedingungen bei der jeweiligen Stelle sowie bei WKO und BMF prüfen.
  3. 3
    Beratung nutzen
    Viele Programme fördern eine vorgelagerte Beratung. Nutzen Sie das, um Ihr Vorhaben zu schärfen und den Antrag mit belastbaren Zahlen zu untermauern.
  4. 4
    Antrag vor Projektbeginn einreichen
    Reichen Sie den Antrag ein, bevor Sie Verträge unterschreiben oder Anzahlungen leisten. Sonst gilt das Projekt oft als begonnen und ist nicht mehr förderfähig.
  5. 5
    Umsetzen und abrechnen
    Nach der Zusage setzen Sie das Projekt um, dokumentieren die Kosten sauber und rechnen wie vorgegeben ab. Bewahren Sie alle Belege für die spätere Prüfung auf.

Steuerliche Behandlung: Was Sie bei Zuschüssen beachten sollten

Eine häufig unterschätzte Frage: Wie wirkt sich eine erhaltene Förderung steuerlich aus? Grundsätzlich sind Zuschüsse und die geförderten Investitionen im Rechnungswesen korrekt zu erfassen, und ein Zuschuss kann die Höhe abzugsfähiger Kosten beeinflussen. Weil die Details vom Programm und der Art der Förderung abhängen, sollten Sie das immer mit Ihrer Steuerberatung besprechen. Für die grundsätzliche Behandlung solcher Mittel sind die Informationen von BMF und WKO ein guter Startpunkt.

Gastronom prüft am Tablet digitale Bestellungen und Kassenabschluss im Restaurant
In der Gastronomie verbinden sich Digitalisierung und gesetzliche Pflichten wie Registrierkasse und E-Rechnung, ein guter Anlass, beides gemeinsam einzurichten.

Förderungen sinnvoll kombinieren und stapeln

Bundes-, Landes- und spezifische Tourismusförderungen lassen sich in vielen Fällen kombinieren. Es gibt jedoch Obergrenzen für die gesamte öffentliche Unterstützung eines Projekts, und nicht jede Kombination ist erlaubt. Die Förderstellen prüfen das im Antrag. Wichtiger als das Maximieren jeder einzelnen Quelle ist eine klare Projektstruktur: Ein durchdachtes Vorhaben mit nachvollziehbarem Nutzen wird eher gefördert als ein zusammengestückeltes Paket, das nur der Förderung wegen entsteht.

Ein bewährtes Vorgehen: das Gesamtvorhaben in sinnvolle Teilprojekte gliedern, etwa Buchungssystem, Kasse und Gästekommunikation, und für jedes Teilprojekt die passende Förderung suchen. So bleibt das Projekt überschaubar und die Anträge sauber begründbar. Wie sich einzelne Bausteine im Betrieb zusammenfügen, zeigt beispielhaft der Bereich Automatisierung im Hotel.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Zu spät beantragt: Das Projekt darf beim Antrag meist noch nicht begonnen haben. Planen Sie den Antrag vor jeder Bestellung ein.
  • Kein Konzept: Anträge ohne klares Ziel und ohne belastbaren Nutzen scheitern häufiger. Investieren Sie Zeit in ein sauberes Konzept.
  • Falsches Programm: Nicht jede Förderung passt zu jedem Vorhaben. Ein kurzes Gespräch mit der Förderstelle spart spätere Umwege.
  • Lückenhafte Belege: Ohne saubere Dokumentation wird die Endabrechnung mühsam. Sammeln Sie Unterlagen von Anfang an.
  • Veraltete Informationen: Fördersätze und Fristen ändern sich. Verlassen Sie sich auf den aktuellen Stand bei ÖHT, WKO, BMF und dem jeweiligen Land.

Häufige Fragen zur Förderung im Tourismus

Welche Förderungen gibt es für die Digitalisierung im Tourismus in Österreich?
Relevant sind vor allem die Programme der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) als zentrale Förderstelle des Bundes, das branchenübergreifende KMU.DIGITAL sowie die Digitalisierungs- und Investitionsprogramme der einzelnen Bundesländer. Welche Kombination passt, hängt von Betriebsgröße, Vorhaben und Standort ab.
Was ist die ÖHT und wofür ist sie zuständig?
Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank ist die spezialisierte Förderbank für gewerbliche Tourismus- und Freizeitbetriebe. Sie wickelt im Auftrag des Bundes Investitionsförderungen ab, zinsgünstige Kredite, Zuschüsse und Haftungen, und ist für Digitalisierungsinvestitionen oft die erste Anlaufstelle.
Können auch kleine Betriebe und EPU eine Digitalisierungsförderung bekommen?
Ja. KMU.DIGITAL richtet sich ausdrücklich an kleine und mittlere Unternehmen, und viele Landesprogramme stehen auch Kleinstbetrieben offen. Ein Ein-Personen-Unternehmen oder eine kleine Pension kann etwa die geförderte Beratung und die Umsetzungsförderung nutzen.
Kann ich die Software schon kaufen und danach Förderung beantragen?
In der Regel nicht. Die meisten Förderungen setzen voraus, dass das Projekt zum Antragszeitpunkt noch nicht begonnen hat. Bestellungen oder Anzahlungen vor der Antragstellung können den Anspruch kosten. Reichen Sie den Antrag daher vor jeder Beauftragung ein.
Lassen sich Bundes- und Landesförderung kombinieren?
Häufig ja, es gibt aber Obergrenzen für die gesamte öffentliche Unterstützung eines Projekts, und nicht jede Kombination ist zulässig. Die Förderstellen prüfen das im Antrag. Details klären Sie am besten direkt mit ÖHT, WKO und dem jeweiligen Land.
Wie wird eine erhaltene Förderung steuerlich behandelt?
Zuschüsse und die geförderten Investitionen müssen im Rechnungswesen korrekt erfasst werden, und ein Zuschuss kann die abzugsfähigen Kosten beeinflussen. Weil die Details vom Programm abhängen, sollten Sie die steuerliche Behandlung mit Ihrer Steuerberatung und anhand der Informationen von BMF und WKO klären.
Wo finde ich die aktuellen Fördersätze und Fristen?
Fördersätze, Höchstbeträge und Antragsfenster ändern sich regelmäßig. Verlässliche und aktuelle Informationen finden Sie bei der ÖHT, der WKO, dem BMF sowie bei der Wirtschaftsförderung Ihres Bundeslandes. Verlassen Sie sich nicht auf ältere Übersichten.

Fazit: Förderung nutzen, aber vom Nutzen her denken

Für die Digitalisierung im Tourismus stehen in Österreich mehr Fördermöglichkeiten offen, als viele Betriebe vermuten, von der ÖHT über KMU.DIGITAL bis zu den Programmen der Bundesländer. Der Schlüssel liegt nicht darin, jede Quelle auszureizen, sondern ein sinnvolles Digitalisierungsvorhaben zu formulieren, das den Alltag im Betrieb wirklich verbessert. Die Förderung ist dann der Hebel, der die Umsetzung leichter macht, nicht der Grund für das Projekt.

Wenn Sie wissen möchten, welche digitalen Bausteine sich für Ihren Betrieb rechnen und wie ein förderfähiges Projekt praktisch aussehen kann, helfen wir Ihnen, ein klares Konzept einzurichten, das Sie mit den zuständigen Stellen weiterverfolgen können.

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Redaktion von Have a nice day — wir entwickeln individuelle Software, Apps und KI-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen in Österreich. Im Blog teilen wir, was in der Praxis funktioniert.

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